Archiv für Juli 2007

Ganz nett

An sowas romantisches könnt ich mich glatt gewöhnen:

Noch was zu Nix-los-Tagen

Insider

Was passiert, wenn sich zwei Personen treffen und beide absolut gar nichts Sinnvolles zu tun haben? Genau, sie erzählen Unsinn.

Beispiel 1:

Ich glaub, mir ist was in den Bauchnabel gekrabbelt, kommt das eigentlich im Magen an?

Beispiel 2:

Wie beginne ich in der U-Bahn ein Gespräch mit meinem Nachbarn/meiner Nachbarin?
- Bei mir ist letztens ein Panzer vorbeigefahren!
- Ey, was macht die Maus?
- Findest du auch, ich seh aus wie ein Frosch?
- Ich komm aus Marzahn – und du?

Beispiel 3:

ich: Hast du gerade gerülpst?
zweite Person: Ähm…nee.
ich: Okay, dann war ich das.

Dienstags ist in Berlin abends eben einfach nix los.

Das muss Liebe sein

Die Tür geht auf, sie sagt „Gute Nacht“, macht allerdings keine Anstalten die Tür wieder zu schließen, sondern kommt rein und erzählt mir, wie das Wetter morgen wird. Und das Wetter am Dienstag. Und dass danach die Höchsttemperaturen bei 20 Grad liegen. Ich brauche keinen Fernseher, ich wohne mit einer lebendigen Nachrichtenspecherin zusammen. Der markanteste Unterschied ist allerdings, dass professionelle Sprecher tatsächlich einen angefangenen Satz auch ordentlich beenden können.
Geh mal schlafen. Gute Nacht. Frühstückst du morgen mit uns?“ Schon das zweite Mal „Gute Nacht“ und sie steht immer noch im Zimmer. Zumindest redet sie nicht übers Essen. Das macht sie sonst immer, ich hab manchmal den Eindruck, es sei krankhaft. Mein Teller ist nicht mal ansatzweise leer, da frag ich mich schon, wo ihr eigenes Essen hin ist, kann allerdings nicht darüber nachdenken, weil ich ausgequetscht werde, was ich in den nächsten 5 Tagen essen möchte. Anfang des Jahres hat sie noch in den Kalender geschrieben, was wir wann auf dem Tisch hatten. Zum Glück hat sie damit aufgehört. „Bist du denn gar nicht müde?“ Genervter Blick von meiner Seite. „Jaja, ich geh ja schon. Gute Nacht!
Sie ist toll, meine Oma.

Übrigens…

Aber warum? Wir sehen doch bezaubernd aus!

Passt immer und überall.

Wer den Schaden hat…

Wohlmöglich werde ich mal bei einem Autounfall sterben, sofern ich nicht auf einem Klo verhungere, weil ich nicht mehr rauskomme. Ich hab gestern festgestellt, dass ich den Führerschein völlig unberechtigt bekommen hab. Zumindest gilt das immer dan,. wenn ich mit jemandem zusammen fahre, dem oder der das Auto schonmal nicht gehört. Alleine fahr ich sehr vorbildlich, auch wenn mir das keiner abnehmen wird, kann ja schlecht überprüft werden. ;)

Einparken war das, wovor ich mich in der Prüfung am meisten gefürchtet hab und was ich damals (ist tatsächlich schon ne Weile her) am besten auf die Reihe bekommen hab. Bis gestern hab ich noch alle ausgelacht, die in eine Lücke einfach mal nicht reinkommen und ich hab dafür endlich die Quittung bekommen, weil ich zwar rein- aber nicht mehr rausfahren konnte (und das gleich 2mal). Peinlich. Jetzt weiß auch jeder, warum das absolute Alkoholverbot für Fahranfänger eben doch sinnvoll ist. Sie bauen im nüchternen Zustand schon zu viel Mist.

Kleine Nettigkeiten

Ich habe gerade von meiner Oma ein Schild mit der Aufschrift „Ich bin ein Genie… aber niemand bemerkts“ geschenkt bekommen. Ab jetzt bin ich beleidigt.

Der Werteverfall der neuen Generation

Auf Empfehlung habe ich vor 6 Tagen begonnen, den Roman „Spieltrieb“ von Juli Zeh zu lesen. Obwohl ich jede freie Minute mit dem Buch verbracht hab, bin ich erst heute fertig geworden. In jedem Fall bin ich begeistert, auch wenn der Schreibstil recht anstrengend ist. Für eine ordentliche Inhaltsangabe bin ich zu faul, Tante Google ist dafür wohl die bessere Ansprechpartnerin.
Ich hab mir allerdings tatsächlich entgegen meiner Gewohnheiten bestimmte Textpassagen markiert, interessante Weisheiten, von denen ich hier mal ein paar aufliste:

Menschen brauchen einen Vorwand, um sich miteinander beschäftigen zu können.

In Wahrheit gibt es kein Für und Wider, keine Gründe für rechts und links.

„Kennst du das Gefühl, wenn man plötzlich feststellt, dass es völlig hirnrissig ist, etwas für andere Menschen zu tun, weil man selbst ein Mensch ist und deshalb weiß, wie wenig sie es verdienen?“

„Es bedarf nur einer Hand voll Wörter, um dich glauben zu machen, dass du mich liebst.“

„Ich bilde schon lange keine Meinungen mehr. Ich sage Dinge, weil sie besser klingen als andere, die ich ebenfalls hätte sagen können.“

Das Problem besteht nicht darin, dass Menschen gern grausame Dinge tun, sondern darin, dass Grausamkeit so einfach ist. Und was gut funktioniert, gilt heutzutage als gut.

Wenn von zwei ausschließlichen Varianten eine die Katastrophe, die andere das Warten auf die Katastrophe bereithält, so räumt das Abwarten doch wenigstens dem Zufall eine winzige Chance ein.

Zu empfehlen für alle, die so verwirrt sind wie ich, schon immer mal etwas über den Sinn des Lebens lesen wollten (wie ironisch!) oder einfach mal Bock auf anspruchsvolle, junge Literatur haben.