Archiv für August 2007

Weil mein Zimmer eben wirklich zu klein ist

Ich hab grad ne ganze Weile meinen MP3-Player gesucht. Und ich hab ihn auch tatsächlich gefunden – im Kühlschrank.
Der Altag hat mich wieder…

(gewisse Leute werden sich erinnern)

Schon irgendwie doof.

Meine Eltern sind beide gestürzt („Nein, wir waren nicht betrunken“), meine Oma erklärt mir, dass ihr Popo schmerzt.
Ich sollte nicht mehr vor die Tür gehen, wer weiß, was mir noch passiert.

Rubrik: Flurbegegnungen

Ich komme aus meinem Zimmer, am Ende des Flurs stehen meine Großeltern. Ich würde eh nicht dran vorbeikommen, deshalb bleib ich stehen. Meine Großeltern bemerken das nicht, starren sich gegenseitig an, einige lange Momente. Schließlich nuschelt mein Opa irgendwas, geht an meiner Oma vorbei und haut ihr auf den Po. Okay, die beiden haben sich doch noch lieb, sehr beruhigend.

Ansonsten: Tapetes Terminplaner sagt mir leider nicht, was ich heute Abend machen soll. Bleibt mir nur zu hoffen, dass sich die österreichischen Bekannten aus heiterem Himmel melden und die Kneipentour für heute ansetzen.

Österreich in Kurzfassung

Ich reflektiere mal die letzten Tage meines Urlaubes.

schöne Landschaften:

sinnfreie Beschäftigungen:

komische Kreaturen:

(kleine Elche sind toll!)

Kuriositäten:

und andere nette Bilder:

Metro fahren

Auf dem Weg nach Hause. Ein sehr dünner Mann, sichtlich mehr als angeheitert, steigt ein, fragt, in welcher Tram er sich befinde und ob die demnächst rechts abbiegt. Nachts hab ich so überhaupt gar kein Kurvenverständnis, aus dem Grund brauch ich auch etwas länger, um mir eine Antwort einfallen zu lassen. In der Zeit hat sich der Herr schon ein neues Opfer gesucht, bis er am Ende zum Straßenbahnfahrer geht und sich dort erkundigt. Leider steigt er daraufhin nicht aus, sondern setzt sich neben mich, lehnt sich schon fast an und erklärt mir, wo er aussteigen muss und wo er genau wohnt. Anstatt endlich mal die Klappe zu halten, sabbelt er weiter. „Da wollt ich doch heut nurn Bierchen trinken, bei der Marie, in der Kneipe da…Und da war dieses Mädchen mit was für einer Brust. Fass doch mal an, hatse gesacht, na denn hab ich natürlich angefasst…“ An dieser Stelle finden meine Kopfhörer endlich zurück in meine Ohren. Ich lass den Mann quatschen, bis er aussteigt. Dabei hab ich lange überlegt, ob ich ihm nicht einfach sagen sollte, dass mich das alles nicht interessiert; womöglich hätte er dann aber diskutiert oder es erst gar nicht verstanden.

Da fällt mir noch so eine Story ein: In Innsbruck beim sogenannten Zipfelzeltfest hab ich eine Oma kennen gelernt, die gefühlte 130 Jahre alt war. Sie trug eine riesengroße Sonnenbrille, aber leider hatte sie keinen Mundschutz oder ähnliches (Sie hat so verdammt viel gespuckt beim Reden). Dafür, dass sie so zerbrechlich aussah, hatte sie einen erstaunlich festen Griff, so dass ich gar nicht entkommen konnte und mich bequatschen lassen musste. Ungefähr alle drei Minuten habe ich das wiederholt, was ich bereits sagte und jedes Mal entzückte es sie aufs Neue. Als sie gehen wollte, küsste sie mich zuerst auf die Wange (ungefähr genauso feucht wie das Gespräch zuvor) und drängelte sie sich durch die engen Bankreihen und kippte mir ein Bier über den Latz (bedeutet: nasses Gesicht UND nasse Hose). Ich bezweifle, dass sie davon überhaupt irgendwas mitbekommen hatte.

Die Frage also: Wie gehe ich denn am besten mit betrunkenen alten Menschen um?
Egal, solange sie nicht auf meine neuen Schuhe kotzen, hau ich denen auch keine runter.

Von wegen Sommerloch

Ist mir voll egal, dass bei EUCH die verdammte Sonne scheint. Interessiert mich auch nicht, dass ihr baden gehen könnt, weils so warm ist und euch möglicherweise eincremen müsst, damit ihr nicht ausseht wie Pavianärsche.
Ich habe DAS:

Das, was Berliner nicht mal im Winter zu sehen bekommen. Scheiß Klimawandel. Gilt im Übrigen auch hier, der Gletscher muss mit Filzmatten (!) abgedeckt werden, damit er nicht abtaut. Klingt kuschelig, ist es aber nicht. Vorteil: Du fällst eben nicht so leicht in eine Gletscherspalte, sowas passiert wahnsinnig schnell, wenn man quietschvergnügt durch den Neuschnee hüpft.
Die Gondelfahrt zurück ins Tal ist dagegen schon ziemlich gruslig, vor allem nicht, wenn nix mehr zu sehen ist außer die Wolken rundherum.

Schnee ist viel besser als Hitze. Eindeutig. Bäh.

Bye bye, Berlin…

So, ich bin dann mal wieder für einige Zeit im Nimmerland. Wenn mir dolle langweilig ist, führe ich vielleicht Urlaubstagebuch – falls nicht, ich lebe trotzdem noch! Und jaaa, ich komme wieder…

Summer in the city

Wer braucht da noch Urlaub?

Diagnose: Weiß auch nicht so genau…

07:20 Uhr
„Guten Morgen“, trötets mir entgegen. Ich bin die Erste in der Praxis. „Dann bekomme ich noch 10 Euro von Ihnen…“ (Grund 1, warum ich es hasse, zum Arzt zu gehen) „Wussten Sie eigentlich, dass ihre Krankenkarte Ende August abläuft?“ (Grund 2, immer diese Überraschungen. Jedem anderen wäre das egal, weil er oder sie seine neue Karte pünktlich mit der Post bekommt, ist bei mir aber eben nicht der Fall.)

07:40 Uhr
Nicht mehr ganz so allein im Warteraum, der Doktor hat seinen Dienst gerade begonnen.

07:50 Uhr
„Aaaaahhhhhh…“
„Ich hab doch gesagt, erschrecken Sie sich nicht!“
„Aber es tut weh!!!“
„Nun haben Sie sich mal nicht so…“

Besser als Kino. Aber die Frau nebenan tut mir schon irgendwie Leid. Außerdem steigt meine Nervosität, auch wenn ich vor Spritzen etc keine Angst habe.

08:20 Uhr
Dank der neuen Glamour weiß ich jetzt, ob ich der Typ für Affären bin und ob ich nach dem Sex nach Hause gehen darf oder nicht. Praxislektüre ist der Wahnsinn.

09:15 Uhr
Ich war die Erste, trotzdem sind vor mir 11 andere Personen aufgerufen worden.

„Einen wunderschönen guten Morgen! Was führt Sie denn zu mir?“ (Seit 13 Jahren komme ich zu ihm und ich wurde noch nie anders begrüßt)
„Ich bin umgekippt und mir fehlen die Sekunden bsi zum Boden.“
„Filmriss?“ (Er lacht. Er lacht!)
Okay, es ist absurd, aber seine Reaktion beruhigt mich etwas. Ich erzähle von vorn und werde anschließend untersucht.
„Ad hoc kann ich auch nicht sagen, was es war. Wir machen dann erstmal großes Blutbild, EKG und Schilddrüsen-Ultraschall.“ (Zwei von drei Untersuchungen habe ich vorausgesehen.)
„Und sonst, wie geht es Ihnen?“ (Die Frage hatten wir doch schon…) „Wie läuft es mit den Großeltern?“ (Aua, voll ins Schwarze getroffen) „Im Freundeskreis alles okay?“ (Ups, schon wieder) „Und wie geht es eigentlich Ihren Eltern?“ (Okay, der Mann kennt meine Familie und mich einfach zu gut)

Zum Glück entlässt er mich mit den Worten „Ich bin dann erstmal drei Wochen im Urlaub, bis dahin haben sie ja genug Zeit, das EKA und den Ultraschall zu machen – und vielleicht auch sonst ein bissel aufzuräumen.“

Trifft sich gut, ich fahre auch weg. Hilft vielleicht beim „Aufräumen“.