Archiv der Kategorie 'Die etwas andere Generation'

Vom Suchen und Finden

Wohnungen in Berlin zu suchen ist ja sowieso schon ein Horror für jeden Berliner. Entweder bekommt die Traumwohnung der zugezogene Student mit Halstuch oder die spießige Sekretärin mit dem Nettogehalt von tendenziell drei Monatskaltmieten. Und dann hat man einmal eine wirklich angenehme Hausverwaltung, der es egal ist, ob Studentin, Arbeitsloser oder Millionär einzieht – hauptsache jemand ist schnell da – und schon wieder kriegt der verdammte Zugezogene mit dem Halstuch die Wohnung.

Macke. Macke. Macke.

Und alle 2 Wochen das gleiche.

5 Kilo Bofrost-Zeugs, mindestens ein Kilo Schokolade, Honig, Marmelade, Kiwis, Äpfel, Kräuterbutter, Fertigkuchen, Weichspüler, Tischdecken, Bettlaken, Geschirrtücher, Teelichter. Das alles in Kühltaschen und Beuteln. Wie ein Packesel in den Bus, aussteigen, warten, in die Straßenbahn, aussteigen, warten, in die nächste Straßenbahn, aussteigen, losschleifen, absetzen, wieder los. Ein einziger Kampf bis nach Hause. Na, wo war ich wohl?! Wäre ja möglich, dass ich verhungere, denkt meine Oma.

Best of Geschenke

Platz 3

Tupperware.
Kann man nie genug von haben. Steht alles in einer Box unterm Schrank. Unbenutzt.

Platz 2

Ein Bügeleisen.
Hab ich mir schon immer gewünscht.

Platz 3

Elektro Puzzi.

Zum Saubermachen für Elektroherdheizplatten. Ernsthaft eine super Sache!
Alles Geschenke von Omi.

Und wie siehts bei euch aus?

Diese Woche ist gerettet

Ausmisten ist sonst nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung, könnte es in Zukunft aber werden. Es lohnt sich eben doch, auch Geschenke aufzubewahren, die möglicherweise schon längst den Weg in die schwarze Tonne gefunden hätte, wenn ich nicht so furchtbar faul wäre. Ein übergroßes Kellnerinnenportemonnaie ist halt auch nicht das, was ich gerade brauche, auch wenn es meine Oma noch so gut mit mir gemeint hat. Witzig ist, dass ich nach knapp anderthalb Jahren, seit dem das Ding in meinem Schrank vor sich hin altert, DAS Geheimfach gefunden hab, das für mich schon damals interessant gewesen wäre.

Das erinnert mich so ein wenig an meine Eltern. Bei irgendeinem Umzug haben sie mal 100-DMark-Scheine gefunden, selbstverständlich laaange nach der Übergangszeit zum Euro. Na ja, irgendwoher muss es ja kommen.

Von Pfannen und Näpfen

Hunde verändern das Familienleben, sobald sie die erste Pfote in die Wohnung setzen. Sofort hat die Familie ein Gesprächsthema, ohne sich mit Tod, Erbe und meinem Leben auseinandersetzen zu müssen. Die Stimmfrequenzen werden hochgeschraubt, plötzlich ist genug Geld für teure Leckerlis vorhanden. Was mir gerade noch aufgefallen ist: Mein Opa redet mehr mit meinem Gasthund als mit mir. Sollte mir das etwa zu denken geben?

Vollkommen aus dem Nichts

„Könnt ihr da auch Tattoos entfernen?“
„Hä? Nein…?!“
„Und Tattoos machen?“
„Opa, ich arbeite nicht in einem Tattoostudio, sondern in einem Kosmetikladen…“

Wie kommt der da drauf?

Ähm – wo geht’s raus?

Meine Großeltern sind aus dem Urlaub zurück und reden auf mich ein. Ich – eingeklemmt hinter dem Tisch, ohne Möglichkeit zu entkommen. Und sie brabbeln in jeweils eins meiner Ohren. Stereo-Sound.

Ganz witzig ist, dass das Hauptthema immer das Essen ist. Egal, was sie sonst noch erlebt haben, „…also das Essen…
Schön ist auch, dass ich trotz ihrer Rückkehr immer noch meine Ruhe hab – vorübergehend mal wieder andere Wohnungen behüten.
(Scheiß Sommerloch, alle sindse weg und ich wisch wieder Katzenkotze auf…:D)

Das Ding mit dem Essen (2)

Mein Opa hat was Neues gefunden, um mich endgültig wahnsinnig zu machen: Auf dem Teller rumkratzen. Seit er aus seinem letzten Urlaub zurück ist, putzt er seinen Teller zwar restlos leer, aber das Kratzen nervt trotzdem. Und es verlangsamt den Essvorgang noch zusätzlich.
Also tut’s mir shconmal für alle Leute leid, die mit mir was essen gehen – ich werde ewig brauchen, schließlich pass ich mich immer der Geschwindigkeit der älteren Herrschaften an, um ihnen nicht zusehen oder -hören zu müssen.

Tischgespräch

Oma: Du musst Ende Mai zur Schäfer.
Opa: Was soll ich‘n da, kann eh nur mein Todesurteil abholen.
Oma: Nö, du kannst ja auch einfach mal Blutdruck messen lassen.

Das Ding mit dem Essen

Bei den Großeltern zu wohnen hat einen enormen Vorteil: Der Kühlschrank ist immer voll, und beim Mittagessen richtet sich Omi natürlich auch gerne nach den Vorlieben ihres Enkelkindes. Bedeutet: vegetarisches Essen, fast immer so gesund wie möglich. Find ich persönlich ja super, bei meinen Eltern durfte ich meinen Essens-Öko-Trip ja nie ausleben, bzw. wurde dann von meiner Mama gemobbt. :)

Eine Woche hatte ich jetzt mal vollkommen meine Ruhe. Der Kühlschrank ist immer noch so gut wie voll, meine Oma will ja nur mein Bestes, aber soviel kann ich beim besten Willen nicht aufnehmen.

Was ich eigentlich sagen wollte; normalerweise heißt es, eine Einzelperson würde nicht extra kochen, demzufolge unter Umständen auch nicht ganz so viel essen wie in Gesellschaft. Trifft auf mich jedenfalls nicht zu. Warme Mahlzeit muss schon sein, allerdings gibt es fast alles nur in der Zwei-Portionen-Verpackung. Und wegschmeißen ist nicht.

Bedeutet also für mich: Zwei-Portionen-Packung in 6 Tagen = 2 Kilo mehr auf der Hüfte (oder anderswo). Wird also Zeit, dass meine Regierung zurückkommt.